Von der Überheblichkeit junger Mütter

Familienbett

Bevor man nicht mindestens ein eigenes Kind hat, weiß man eigentlich herzlich wenig darüber, was da auf einen zukommt. Lustigerweise hat man trotzdem häufig ziemlich exakte Vorstellungen davon, wie manche Sachen zu laufen haben – oder öfters noch wie man sie auf KEINEN Fall machen wird.

Bei Lior wusste ich genau: Dieses Kind würde in seinem eigenen Bett schlafen. So wie es brave Babys nun mal machen. Und überhaupt, wofür gab es eigentlich entzückende Gitterbettchen und Wiegen? Empfehlungen zum sicheren Babyschlaf lauteten eigenes Bett im Elternschlafzimmer. Done.

Meine Schwester war ja bereits Fan des Familienbettes, lange bevor dieser Terminus durch Schlafratgeber und Blogs geisterte und sie damit als totaler Exot galt. Hat überhaupt eines ihrer fünf Kiddies ein Gitterbett von innen gesehen? Glaube nicht. Das fand ich ja auch sehr süß und liebenswert – aber so machen wollte ich es auf keinen Fall. Warum nicht? Keine Ahnung.

Wenn Baby dann erst einmal praktisch auf der Welt ist und nicht nur in mütterlicher Theorie, lernt man verdammt schnell, das der Babyschlaf der Bereich ist, der sich vermutlich am allerschlechtesten planen lässt. Man arbeitet einfach mit dem, was man hat. Selbst wenn das manchmal sehr wenig ist…

Nach Liors Geburt spielten sich zwei Faktoren dann in die Hände und absolut gegen meine Planung: Zum einen weigerte sich mein neuer Mitbewohner sogar in seiner Balkonkoje zu liegen, die im Krankenhaus an mein Bett geschraubt wurde. Sein strammer Zimmergenosse schlummerte seelig darin. Tagsüber wie nachts. Lior waren selbst die paar Zentimeter zwischen uns zu viel Distanz. Händchenhalten, nach Mama riechendes Shirt – alles nützte nichts. Meine Armkuhle war sein Platz.
Zum anderen lag es an mir. Von der ersten Sekunde an, in der ich dieses kleine Bündel Mensch im Arm hatte,  wollte ich es nicht mehr loslassen. Nicht einmal nachts. Es fühlte sich natürlich und richtig an, mit ihm Nase an Nase einzuschlafen. Das hat mich wirklich überrascht, wenn von keiner anderen Sache war ich mir so sicher, dass sie genau so nicht laufen würde. Lior schläft heute auch noch bei mir im Bett. Und das darf er, bis er selber “ausziehen” möchte. Allen Unkenrufen zum Trotz, wird das nicht ewig dauern:-) Die Zeit wird kommen, da habe ich dann mehr Platz im Bett als mir lieb ist!

Trotz meiner Begeisterung für das Familienbett habe ich für Elliott paradoxerweise gleich drei Betten – eine Wiege (aus der er bereits rausgewachsen ist), ein Babybay (aus dem er gerade rauswächst) und ein normales Babybett (lag er bis jetzt genau null mal drin). In der Regel schläft er zusammen mit uns im großen Bett. Da er ein relativ unkomplizierter Schläfer ist (bis jetzt), lässt er sich meist ins Babybay abschieben, sobald er tief genug schläft. So richtig lange passt er da aber leider nicht mehr rein. Außerdem zieht er sich mittlerweile gerne an allem hoch – also auch am Gitter vom Babybay. Auf Dauer ist das zu riskant. Noch dazu wird es in meinem Bett mit zwei Jungs rechts und links doch irgendwie etwas eng (wie auch immer meine Schwester das gemacht hat und immer noch macht – Respekt!). Ständig habe ich Angst, dass E aus dem Bett fällt oder von Lior im Schlaf getreten wird. Wie förderlich sich das auf meinen dringend benötigten Schönheitsschlaf auswirkt, kann man sich ja vorstellen! Also bin ich gerade am Alternativen durchgehen. Vielleicht probiere ich mit Elliott tatsächlich mal den Klassiker – eigenes Bett im Elternschlafzimmer. Zumindest hätte ich dann für mein Oeuf NYC Sparrow-Bett endlich mal mehr Verwendung als nur Wickeltischuntergestell zu sein. Vielleicht findet Elliott das ja besser als gedacht – obwohl auch er Nase an Nase mit mir deutlich länger am Stück schläft als alleine. Und kann ich ihn überhaupt loslassen – auch wenn es nur in ein Gitterbett ist? Schauen wir mal. Immerhin passen Planen und Babyschlaf nicht so gut zusammen:-)

XOXO, Allegra

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Big Boy

Jetzt ist es offiziell – mein Baby wird groß! Die Babyschale meines Joolz musste weichen, ist Elliott einfach zu langweilig geworden. Nun cruised er im Sportsitz durch die Gegend und findet sich ziemlich cool dabei. Hach ja…

Heißt es nicht, man soll erst den Sportsitz verwenden, wenn das Baby selbstständig sitzen kann? Kann Elliott noch nicht… ganz… eeehhh, ist grenzwertig. Fürchte, was er macht, geht noch nicht als “selbstständig hinsetzen” durch. Aber egal. Er hat mir sowieso keine andere Wahl gelassen. Entweder bessere Sicht im Sportsitz oder tragen, Mama! Mich wundert, ehrlich gesagt, dass er überhaupt so lange durchgehalten hat. Und irgendwie sah mein kleines Riesenbaby zum Schluss auch ein wenig witzig darin aus. Oft stand er auf allen Vieren – in wachen Zustand war sowieso nur noch Bauchlage akzeptabel – und schaukelte was das Zeug hielt. Er wäre sozusagen auch ohne mich vorwärts gekommen. Cool geht anders, denn es sah aus, als würde der Joolz sich selber rütteln.

Joolz Babyschale

Nachdem ich ihn beim Kindergartenwandertag 90% der Wanderung nur tragen durfte (musste), habe selbst ich die Zeichen der Zeit erkannt und mich dem Schicksal ergeben. Babyschale zu Sportsitz umwandeln zu müssen, ist doch sozusagen Benzin im Feuer meines „die Zeit rennt“ Gefühls!

Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Ich habe mich auch ein klein wenig schwerer getan als nötig, weil ich meinen Joolz einfach so verdammt gerne mag. Und jetzt musste ich schon ein Teil von ihm einmotten! Schnüff. Natürlich gefällt er mir auch in seiner neuen Form, aber als Babywagen ist er halt besonders schön.

Dennoch, der Tag der Trennung musste kommen. Ist vollkommen in Ordnung. Jetzt freue ich mich auf Abenteuer mit Baby, das endlich die Welt aus neuer Perspektive sehen kann.

Joolz Sportsitz

XOXO, Allegra

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Sleepless in Karlsruhe

Kennt ihr das? Ihr wisst genau, ihr solltet schlafen. Jetzt. Sofort. Denn morgen früh ist die Nacht vorbei (Oma-Weisheit). Aber zum ersten Mal seit letztem Sonnenaufgang herrscht eine geradezu himmlische Stille. Kein Kind will was zu triiiiinken oder sitzt auf dem Klo, was eure Anwesenheit und Unterstützung erfordert, oder will mit ordentlich Nachdruck auf den Arm oder muss gewickelt/gefüttert/getröstet/bespaßt werden. Endlich ein paar Minuten oder gar Stunden für euch. Alleine. Ihr wisst genau, es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Baby nicht zum ersten und ganz bestimmt auch nicht zum letzten Mal in dieser Nacht wach wird. Und ihr wisst genau, es wird ihm egal sein, dass euch ein paar Stunden Schlaf zusätzlich zum ganz regulären Durchschnittsschlafmangel fehlen, wenn es die Nacht morgens um sechs für beendet erklärt. Aber das in diesem Moment ist meine persönliche Quality Time. Und manchmal brauche ich die dringender als Schlaf. Das ist es mir wert. Endlich mal ungestört ein paar Folgen Modern Family hintereinander schauen zu können, Fotos sortieren, im Netz stöbern, Blogs lesen oder – wie in diesem Fall – Blogeinträge verfassen:-)

Manchmal werde ich in der Geisterstunde ein bisschen sentimental. Nächste Woche ist Elliott sieben Monate alt. Wow. Wo ist das letzte halbe Jahr geblieben? Einmal blinzeln und aus dem kleinen schrumpeligen Neugeborenen

Lior lernt Elliott kennen

wurde dieser kleine Kerl, der mir die Couch vollkrümelt und sich demnächst vermutlich auf Wanderschaft begibt, denn so fleißig, wie er das Krabbeln übt, kann das nicht mehr lange dauern.

Elliott_6m

Bei Lior damals verging zumindest das erste Jahr gefühlt langsamer (bei den restlichen fünf hat die Zeit dafür den Turbo eingeschaltet…). Klar, ich hatte ja auch nicht viel mehr zu tun, als meinem Erstgeborenen beim Wachsen zuzusehen. Dabei konnte ich es kaum abwarten, bis dieses kleine Wesen in meinen Armen endlich anfing, irgend etwas zu können. Lächeln, rollen, essen, krabbeln, laufen… Baby Elliott SOLL sich bloß mit allem mehr Zeit lassen. Meinetwegen könnte er auch erst mit 18 Monaten anfangen zu laufen (je früher sie laufen können, desto früher laufen sie nämlich auch weg und je früher sie anfangen zu sprechen, desto früher sagen sie neinneinnein – so lautet meine Weisheit des Tages nach Erfahrungen mit Kind Nr. 1. Wofür also dieser ganze Mütterwettbewerb? Macht keinen Sinn;-) Babys dieser Welt: Lasst euch Zeit! Das ist viel entspannter für eure Eltern, sie wissen es nur nicht!). Aber da sein großer Bruder schon nicht sonderlich gut auf mich hört, warum sollte das bei E. anders sein?

Jedenfalls hätte ich manchmal gerne einen Pausenknopf. Oder gar einen Rewind Button! Damit ich mich in fünf Jahren nicht schon wieder fragen muss, wo die letzten fünf Jahre eigentlich geblieben sind. So, jetzt schaue ich noch ein paar Folgen Modern Family bis das Baby aufwacht. Da kann ich nämlich Pause drücken oder rückwärts spulen sooft ich will.

XOXO, Allegra

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Die hohe Kunst der Beikosteinführung

Dafür, dass Essen ein natürliches Grundbedürfnis des Menschen ist, wird aus der Beikosteinführung – allein schon das Wort! – eine echte Wissenschaft gemacht. Es gibt einen genauen Fahrplan wann wie wieviel welches Lebensmittel in pürierter Form dem kleinen Essensnoob dargeboten wird. Man macht sich schon Wochen vorher Gedanken, in welchem Bioladen man Karotte, Pastinake oder doch Kürbis kauft, wie man sie zubereiten wird, oder ob man womöglich besser damit fährt, die Gläschen-Varianten namhafter Hersteller zu öffnen – oder kauft, wie in meinem Fall, voll Begeisterung bereits in eiswürfelgroßen Portionen eingefrorenen Biobrei in sechs verschiedenen Sorten sowie Dr. Boehms extraweiche Flexylöffel, wie sie die Beikosteinführungsberaterin empfohlen hat, wartet brav bis 6 Monate (fast) um sind, weil das gute Mütter heute so machen, und dann? Macht das kleine Kerlchen einfach nicht den Mund auf. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wie das vor fünf Jahren bei Lior war – aber meine mangelnde Erinnerung spricht für Unkompliziertheit. Ich weiß nur, dass ich quasi auf die Uhr gestarrt habe, bis die vier Monate endlich um sind, damit ich das erste Gläschen aufmachen kann. Löffel kam, Mündchen wurde aufgesperrt und Beikost war eingeführt. Ganz einfach.

Essen so generell und grundsätzlich findet Elliott schon toll, glaube ich. Bereits vor meinen ersten so kläglich gescheiterten Breiversuchen hat er fröhlich an Apfelstücken oder Gurke genuckelt und mir den Brokkoli von der Pizza geklaut, daher hatte ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht, dass ihm was NICHT schmecken könnte. Aber Sachen in pürierter Form, wo auch noch Babys auf der Verpackung aufgedruckt sind? Nah-ha! Seit vier Wochen wurschteln wir uns jetzt so durch, haben alle notwendigen Lebensmittel der Reihe nach eingeführt, selbstgekocht, tiefgekühlt aufgetaut, aus Gläsern aufgewärmt, dies und das durchgetestet, Abendbrei gekocht – und mittlerweile bekomme ich tatsächlich ein bisschen mehr als einen Eiswürfel Essen in E. hinein. Aber Begeisterung sieht definitiv anders aus …

Es ist ein kleines bisschen frustrierend, denn insbesondere auf den abendlichen Grießbrei habe ich mich persönlich gefreut. Aber noch bringt es mich nicht aus der Fassung, da ich weiterhin stille und er jetzt auch nicht unbedingt ein Hungerhaken ist. Ein paar Reserven für breifreie Tage sind durchaus da. Hätte mir vorher jemand gesagt, wie anstrengend es sein kann, drei Löffel Brei in ein Baby hineinzubekommen, hätte ich spöttisch gelächelt und mir meinen Teil gedacht.

Allerdings fehlt mir gerade die Lust auf den täglichen Kampf gegen die Löffel. Wir steigen (zumindest teilweise) auf Fingerfood um und testen BLW (Baby-led weaning). Damit sieht E. hoffentlich öfters so aus:

Essensforscher

Fingerfood_Erfolg

 

XOXO, Allegra

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Wann, wenn nicht jetzt?

Seit über fünf Jahren kreise ich schon um das Thema Blog herum. Während meiner ersten Schwangerschaft, nach der Geburt meines ersten Kindes, vor, während und nach meiner zweiten Schwangerschaft… und jetzt ist Baby Nr. 2 schon ein ganzes halbes Jahr alt… Es wird Zeit, Taten folgen zu lassen und Gedanken in Worte umzusetzen!

Nun denn, Welt – hier bin ich.

Wer bin ich?
Ich heiße Allegra, habe nach dem 29. Geburtstag aufgehört zu zählen, bin Texterin in Elternzeit und lebe mit meinen zwei kleinen Jungs (Lior – *12/2009 + Elliott – *12/2014) in Karlsruhe.

Und was will ich hier?
Ich rede gerne über alles, was mich rund um die Themen Familie, mein Leben mit zwei kleinen Rebellen, Babyausstattung, Spielsachen, Kindermode oder Wohnen beschäftigt, freut, aufregt. Diejenigen, die das in meinem Umfeld überhaupt interessiert, kann dich solche Dinge ja nicht dreimal erzählen – und so mancher fand es vielleicht schon beim ersten Mal nicht sonderlich spannend, was für ein entzückendes Outfit ich Elliott gestern gekauft habe, warum ich welches Kinderwagenmodell fahre oder was ich von Schlaflernprogrammen halte. Klingt unfassbar, ich weiß, aber ist leider wahr. Daher gibt es für mich nur eine einzige Lösung: das Bloggen! Hier kann ich ungefragt über all das und noch viel mehr berichten und alle sind glücklich. Vor allen Dingen ich. Wer nicht glücklich ist, kann einfach weiterklicken. Perfekt also!

Und damit schließe ich auch schon meinen ersten Blogbeitrag und hoffe, dass ihr hin und wieder mal vorbeischaut!

XOXO, Allegra

Parktrio

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